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Kaspar Häuser Meer

von Felicia Zeller
Premiere am 23. Januar 2010 
Premieren Spielzeit 10/11
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STARKE ELTERN FÜR STARKE KINDER

Inszenierung Rüdiger Pape

Ausstattung Regina Rösing, Flavia Schwedler (Bühne)

Regieassistenz Madelaine Reiner

Dramaturgie Kerstin Ortmeier

Mit Lisa Sophie Kusz, Bettina Muckenhaupt, Regina Welz

Mit Bettina Muckenhaupt, der Gewinnerin des Kölner Darstellerpreises 2009!
Nominiert für den Kölner Theaterpreise 2010 !

Vernachlässigt, geschlagen, gequält, umgebracht. Aus den Medien kennen wir die Berichte über das Unfassbare der Fälle von Kindesmissbrauch und Kindstötung. Doch wo gibt es Präventionsmaßnahmen, was können Betreuer, Sozialarbeiter, die sogenannten Zuständigen ausrichten?

Felicia Zeller thematisiert in Kaspar Häuser Meer den ganz alltäglichen Wahnsinn dreier heillos überforderter Sozialarbeiterinnen im Jugendamt. Anlass des Auftragswerks zum Thema Kindesmisshandlung war der „Fall Kevin“, die Geschichte des Jungen aus Bremen-Gröpelingen, der 2006 an den Folgen schwerer Misshandlungen starb.
Ihre furios-groteske Sprachoper hat Zeller bewusst nicht dort angesiedelt, wo sich die Tragödien abspielen, sondern im Sozialamt, wo genau diese verhindert werden sollten. Nicht Täter oder Opfer rücken in den Fokus, sondern die Sozialarbeiterinnen und ihr Wettlauf gegen die Zeit. Eine Hochgeschwindigkeitsfarce mit kafkaesker Aussichtslosigkeit.
Szenenfoto
Sie alarmieren, delegieren, heften ab.  Barbara, Silvia und Anika rotieren im rasenden Stillstand eines bürokratischen Systems, zwischen Überforderung und Desillusionierung, zwischen Akten und Statistiken; retten sich in die Halt gebende Bürokratie und versuchen, weder den Überblick, noch die Hoffnung zu verlieren. Das Leben der anderen wird auf verwaltungstechnische Vorgänge, Berichte und Urteile reduziert, das eigene geht an ihnen vorüber. Ihre Sehnsucht nach Prävention vermischt sich mit Träumen vom Urlaub, vom Verschwinden des Eilt-Stapels oder vom Sprung aus dem Fenster.

Rüdiger Pape gehört zur Regie-Gruppe des Theaters im Bauturm und hat am Haus bereits Bandscheibenvorfall und Werther inszeniert. Auch führte er bei der Gemeinschaftsproduktion von Theater im Bauturm und Theater der Keller Sein oder Nichtsein Regie.

Felicia Zeller, geboren 1970 in Stuttgart, arbeitet als Theaterautorin und Medienkünstlerin. Mit ihrem zweiten Stück immer einen hund gehabt / plane crazy erhielt sie den Baden-Württembergischen Jugendtheaterautorenpreis. Nach einem Ilse-Langner-Stipendium für Dramatikerinnen war sie u.a. 1999/2000 Hausautorin am Theater Rampe in Stuttgart. Für Kaspar Häuser Meer erhielt sie 2008 bei den 33. Mülheimer Theatertagen den Publikumspreis.

Pressestimmen:
„Rüdiger Pape [inszeniert] den Windmühlenkampf der Sozialarbeiterinnen in einem giftgrünen, sich nach hinten verengenden Holzkasten. Wie eine Gummizelle mit abschüssigem Boden und Fluchtpunkt, aber ohne Ausweg, die die Akteurinnen in unsichere, gebeugte Haltung zwingt. […] Ein kluges Konzept, denn Bettina Muckenhaupt, erste Trägerin des Kölner Theaterpreises, Nachwuchstalent Lisa Sophie Kusz und vor allem die wie dauerhaft am Rande des Nervenzusammenbruchs agierende Regina Welz sind großartig und zeigen sich dem Text stimmlich, mimisch und physisch gewachsen.“ Kölner Stadt-Anzeiger 29.01.2010

„Felicia Zeller hat Sozialarbeiterdeutsch, Amtssprache und Alltagsfloskeln zu einer grotesken Sprach- Oper komponiert, die Rüdiger Pape im Bauturm kongenial umgesetzt hat. Bühnenbildnerin Flavia Schwedler hat einen riesigen neongrünen Trichter gebaut, in dem die drei Frauen agieren. Richtig stehen können sie nur im vordern Bereich. So übersetzt sich Zellers Sprachakrobatik in Verkrampfung und motorischen Störungen.“ Kölnische Rundschau 26.01.2010

„Regisseur Rüdiger Pape gelingt mit seiner Inszenierung im Theater im Bauturm vor allem wegen der Besetzung ein Erfolg. Bettina Muckenhaupt (Barbara), Regina Welz (Silvia) und Lisa Sophie Kusz (Anika) spielen alle mit einer Intensität, die schon von Beginn an fesselt. […] Das Bühnenbild (Flavia Schwedler) im Theater im Bauturm könnte auch aus einem Musikvideo stammen: grellgrüne Wände, die nach hinten immer enger werden, oben und unten begrenzt. Eine leere Fläche, nur nach unten gibt es ein paar Bodenklappen, in die die Protagonistinnen immer wieder abtauchen, oder sich hinter ihnen verstecken. Beinahe wie selbstgegrabene Gräber- sehr abstrakt, ja. Aber genial.“ Die Kölner Theaterzeitung aKT Februar 2010

Spieldauer: 1 Stunde 30 Minuten 
Termine: 03.-05.10. / 31.10. / 01.-02.11.

Aus unserem Gästebuch im Theaterfoyer:
Tolles Buch, tolle Schauspielerinnen – absurde Komik und doch todernstes Thema! Wieder eine beeindruckende Inszenierung. Danke.
 am 17.05.2010 weiterlesen


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