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Salome

von Oscar Wilde
Premiere am 10. April 2010 
Premieren Spielzeit 10/11
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  Wolke 9


Ich befehle dir zu tanzen.

Inszenierung Jörg Fürst

Ausstattung Jana Denhoven (Bühne), Monika Odenthal (Kostüm)

Dramaturgie Kerstin Ortmeier

Musik/Samples Wolfgang Proppe

Maske Heike Helbach

Licht Marc Brodeur

Videodokumentation Basa Vujin Stein

Produktion Garlef Kessler

Bühnenbildassistenz Bastian Hoffmann

Mit Azizé Flittner, Ela Gölden, Christof Hemming, Johann Krummenacher, Alexe Limbach, Andreas Spaniol

Eine Koproduktion von „GbR Salome“ und Theater im Bauturm

Liebe ist kälter als das Kapital, so der Titel eines Stückes von René Pollesch. Ein perfekter Untertitel zu Oscar Wildes Salome...

„Sie streiten über ihren Glauben“, heißt es dort zu Beginn. Mit Glaube ist viel mehr als Religion gemeint. Politik. Jede Form von Theorie, Ideologie. Alles, was nicht Liebe ist. In dieser Religion verschanzen sich die Männer, um schließlich an der Liebe zugrunde zu gehen. Am religiös fanatischsten der eingekerkerte Prophet Johannes.
Szenenfoto Salome
Am Anfang: Ein junger Syrer liebt – wie alle jungen Kerle des Reiches - die unerreichbare Salome. Er wird ihr Werkzeug, dann wahnsinnig, dann ist er tot. Salome, die schöne Tochter der zu Ausschweifungen neigenden Königin Herodias, hingegen verliebt sich in den Fundamentalisten Johannes und versucht ihn erst mit  Liebes-, dann mit Hasstiraden zu verführen. Aber sie beißt sich am imposanten Narren mit seiner obsessiven Gläubigkeit die Zähne aus. Herodes schließlich begehrt seine unwiderstehliche Stieftochter und zollt ihr dafür den höchstmöglichen Tribut, den Kopf des Johannes und den Untergang seiner Macht. Um diesen Preis zu erzwingen gibt sich Salome tanzend vor den Augen der Mutter den Begierden des Stiefvaters hin. Nun, den Kopf des Johannes besitzend und die wehrlosen, toten Lippen küssend, wird sie unter den Schildern der königlichen Soldaten zermalmt.
Szenenfoto Salome
Alle Gefühle, Begierden und Abgründe sind in Wildes Klassiker in die Sprache verlegt. In sie verrennen sich die Sprechenden, wechseln zum eigenen Entsetzen ihre Argumente ins Gegenteil. Der eigene Standpunkt eines jeden wird ins unrealistische überhöht und entzieht sich damit der Umsetzbarkeit. Diese Diskrepanz zwischen ideologischer Überhöhung und Umsetzbarkeit ging auch in der jüngeren Geschichte großen Katastrophen immer voraus...

Jede Figur in Wildes Bearbeitung des Stoffes aus dem Matthäusevangelium hat eine gute und eine schlechte Seite. Es treffen aber fast nie die guten Seiten aufeinander, sondern meistens die schlechten und der Untergang ist nur eine Frage der Zeit. Im Untergehen freilich scheint noch einmal die gute Seite auf. Das ist der böse Witz Wildes, dessen stilisierte Sprache in diesem Stück in reduzierter, aber gleichzeitig artistischer Form zum Klingen kommt. So wird Salome zu einer magischen Sprechoper über die Kälte der Liebe...

Bei dieser Vorstellung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz. Dies kann bei empfindlichen Personen zu epileptischen Reaktionen führen.

Passend zum Spielzeitmotto “Lieb mich.” wird sich der mehrfach ausgezeichnete Regisseur Jörg Fürst (A.TONAL.THEATER) – geübt im musikalischen Umgang mit Sprache - mit dem Oscar Wilde Klassiker auseinandersetzen. Es ist seine zweite Arbeit am Theater im Bauturm nach der Inszenierung von Schillers Don Karlos, die seit 2007 bereits in über 70 ausverkauften Aufführungen am Haus gezeigt wurde. Für das Theater im Bauturm erarbeitete er eine eigene deutsch/französische Fassung von Wildes Text.

Pressestimmen:
„Es sind mehr ihre französischen als deutschen Passagen, die die Männerverschlingerin in dieser Inszenierung verrucht und unerreichbar erscheinen lassen… Ihr legendärer Schleiertanz, hier reduziert zur Abstraktion, enthüllt zu Gitarrenklängen ihr wahres Selbst.“ Kölner Stadt-Anzeiger

„…zentral ist hier die Verbildlichung eines eiskalten Machtspiels, das Liebe genannt wird. Etwas Menschlichkeit geht ausgerechnet von Salomes Stiefvater aus, den Johann Krummenacher als abgewrackter Patriarch in Frauenkleidung großartig gebrochen spielt… Eine unterkühlte, eigensinnige Inszenierung, die auf die übliche Exotik verzichtet und viel mit Musik und musikalischen Kompositionsprinzipien arbeitet. Das Ideal der Künstlichkeit aus Oscar Wildes Zeit wird auf plausible Weise ins Jetzt transportiert.“ Kölner Stadt-Anzeiger

Spieldauer: 1 Stunde 15 Minuten 
Termine: 10.-13.10. / 25.-28.11. / 20.-22.12.

Aus unserem Gästebuch im Theaterfoyer:
Wir fanden es mutig von Salome, dass sie extra für diese Vorstellung sich die Haare abrasierte!Wir fanden es ein spannendes und tolles Theaterstück. Es hat sehr viel Spaß gemacht, Ihnen dabei zuzuschauen.
Wirtschaftsschulen Steinfurt am 11.06.2010 weiterlesen


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