Inszenierung Stefan Rogge
Ausstattung Malte Lübben (Bühne)
Mit Claudia Braubach, Andreas Debatin, Ingo Heise, Michael Schories
Eine Koproduktion von „GbR Draußen vor der Tür“ und Theater im Bauturm
Ein Mann kommt nach Hause und findet nichts mehr so vor, wie er es verlassen hat. Seine Frau hat einen Anderen, sein Sohn ist tot, seine Eltern haben sich umgebracht.
Er sucht nach Arbeit, aber vergebens. Ihm bleibt alles verwehrt, was ein normales und menschliches Leben ausmacht: Liebe, Geborgenheit und gesellschaftliche Anerkennung.

Beckmann heißt dieser Mann, und er kommt nach seiner Gefangenschaft in Russland 1945 nach Deutschland zurück, wo man bereits beginnt, wieder „Normalität“ herzustellen. Aber in die passt er nicht mehr hinein, nicht psychisch und nicht physisch. Beckmann leidet unter seinen traumatischen Kriegserlebnissen, an seiner Schuld am Tod mehrerer Männer, die er auf Befehl als Spähtrupp entsendete. Aber für seine Schuldgefühle wird er verlacht, bestenfalls hält man ihn für „seltsam“. Mit seinem kaputten Knie und der Gasmaskenbrille liefert er dafür den augenscheinlichen Beweis. 
Verzweifelt und lebensmüde will er sich in der Elbe ertränken. Aber die wirft ihn wieder an das Ufer zurück. Der Tod will ihn nicht haben, er hat sich im Krieg völlig überfressen. Und Gott, an den sich Beckmann schließlich verzweifelt wendet, ist nur ein alter Mann, an den keiner mehr glaubt…
Borcherts Drama wurde 1947 als Hörspiel vom Nordwestdeutschen Rundfunk in Hamburg erstmalig gesendet. Angesichts der weltweiten Kriege und Krisenherde hat es eine erschütternde Aktualität und ist Auftakt einer Reihe von Begleitveranstaltungen zum Thema Krieg, die das Theater im Bauturm und das Theater der Keller gemeinsam unter dem Titel „Kriegs-Erklärungen“ bis zum Ende der Spielzeit durchführen.
Pressestimmen:
„Stefan Rogges Inszenierung trifft den surrealistischen Ton des 1947 uraufgeführten Dramas um einen Heimkehrer, dem sämtliche Türen zu einem zu einem ‚normalen’ Leben Leben verschlossen bleiben, mit großem Ideenreichtum. …
Ingo Heise überzeugt als wütend-verzweifelter Kriegsversehrter; Claudia Braubach, Michael Schories und Andreas Debatin geben mit sichtlicher Spielfreude in wechselnden Nebenrollen die fremd gewordene Gesellschaft.“
Kölner Stadt-Anzeiger, 27. Januar 09
„Ingo Heise wechselt zwar mühelos die Tonarten, doch Beckmann bleibt ein Fremder unter Fremden: Der Oberst (Michael Schories), dem Beckmann "die Verantwortung zurückgeben" will, ist ein Narr der Comedia dell'arte, der durch den Krieg fett gewordene Beerdigungsunternehmer (Andreas Debatin) spielt E-Gitarre, und die Elbe (Claudia Braubach), die den Selbstmörder wieder ans Ufer wirft, versucht sich im Ausdruckstanz.
Andererseits schützt Rogge durch diese immer auch ironischen Brechungen das Stück vor seinem Pathos und der Plakativität, mit der Borchert die Anklage gegen seine Vätergeneration führte. So holt Stefan Rogge Beckmanns Fragen nach dem Warum in unsere Gegenwart. Anhaltender Jubel.“
Kölnische Rundschau, 28. Januar 09
„Dem Theater im Bauturm ist eine wundervolle Umsetzung des niederschmetternden und expressionistisch angehauchten Stückes gelungen. (…) Sehenswert für all diejenigen, die sich nicht scheuen vor einem teilweise schwer verdaulichen, jedoch hinreißend umgesetzten Theaterabend!“
koeln.de, den 26. Januar 09
Spieldauer:
1 Stunde 30 Minuten
Aus unserem Gästebuch im Theaterfoyer:
Immer wieder erschütternd. Tolle Leistung.
B. Lo.am 08.05.2009
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